vGA bei Tantiemen

Tantiemen sind ein beliebtes Instrument zur Steuerung der erfolgsorientierten Vergütung des Geschäftsführers einer GmbH. Daneben sind Tantiemen auch beliebt bei der Betriebsprüfung durch das Finanzamt.

Inhalt:

1. Steuerrechtliche Anerkennung der Tantieme
2. Anerkennung der Tantieme dem Grunde nach
3. Anerkennung der Tantieme der Höhe nach
4. Gesamtausstattung des Geschäftsführer

Gerade die Tantieme an beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ist heutzutage Standard einer erfolgsorientierten Vergütung. Diese muss jedoch zusätzliche formelle Anforderungen erfüllen, damit ihre Anerkennung seitens des Finanzamts außer Zweifel steht. So kann der Abzug der bezahlten Tantieme an beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer z.B. schon daran scheitern, dass keine schriftliche Vereinbarung zwischen den Beteiligten vorliegt.

1. Steuerrechtliche Anerkennung der Tantieme

Wer die formellen Anforderungen an die Vereinbarung einer Tantieme nicht beachtet, kann schon bei einer Betriebsprüfung schon mal Schiffbruch erleiden, wenn die Zahlung der Tantieme an den Gesellschafter-Geschäftsführer als Verdeckte Gewinnausschüttung behandelt wird. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der

  • Anerkennung der Tantieme dem Grunde nach,
  • Anerkennung der Höhe der Tantieme,
  • unter Berücksichtigung der Gesamtausstattung des Geschäftsführers.

2. Anerkennung der Tantieme dem Grunde nach

Die Zahlung einer Tantieme an einen beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer wird schon dem Grunde nach und somit in voller Höhe als Verdeckte Gewinnausschüttung behandelt, wenn die nachfolgenden formalen Anforderungen hinsichtlich der Tantiemevereinbarung nicht beachtet wird:

a) Klare und vorausgegangene Tantiemevereinbarung

Die Tantiemevereinbarung wird nur dann steuerlich anerkannt, wenn die Höhe der Tantieme des Gesellschafter- Geschäftsführer im Voraus klar und eindeutig festgelegt wird. Neben dem anzuwendenden Tantiemesatz in % muss auch die Bemessungsgrundlage zur Berechnung der Tantieme der Höhe nach anhand der Vereinbarung bestimmbar sein.

Es muss

  • für einen außenstehenden Dritten
  • anhand klarer Begriffe und
  • einfacher Rechenschritte

nachvollziehbar sein, wie die konkrete Tantieme an den Gesellschafter- Geschäftsführer ermittelt wurde. Unklarheiten bzw. Zweifel an der Berechnungsgrundlage und dem anzuwendenden Tantiemesatz können in der Regel nur durch eine schriftliche Vereinbarung vermieden werden.

b) Formelle Voraussetzungen der Tantiemevereinbarung

Zusätzlich muss die zu Grunde liegende Tantiemevereinbarung besonderen formalen Erfordernissen gerecht. Die Tantiemevereinbarung muss insbesondere

  • zivilrechtlich wirksam und
  • im Voraus vereinbart worden sein (Rückwirkungsverbot) und
  • gemäß der Tantiemevereinbarung auch tatsächlich durchgeführt werden (Durchführungsgebot).

c) Fremdvergleich der Tantieme und deren Bemessungsgrundlage

Eine Tantieme wird in der Regel an den Erfolg eines Unternehmen im Hinblick auf den erzielten Gewinn gekoppelt. Derartige Tantiemevereinbarungen sind weit verbreitet und halten daher in dieser Art auch einem Fremdvergleich stand. Mit Abschluss einer Gewinntantieme sind GmbH und Gesellschafter- Geschäftsführer daher auf der sicheren Seite. Bei anderen Arten einer Tantieme ist regelmäßig Vorsicht und eingehende steuerrechtliche Beratung geboten, insbesondere bei der Nur-Tantieme oder bei der Umsatztantieme. 

3. Anerkennung der Tantieme der Höhe nach

Folgende Tantiemen halten einem Fremdvergleich nicht ohne weiteres stand und sind daher unter dem Gesichtspunkt der steuerrechtlichen Anerkennung dem Grunde und der Höhe nach problematisch.

  • Tantieme, die mehr als 50 % des Gewinn der GmbH ausmacht.
  • Tantieme, die mehr als 25 % der Gesamtausstattung des Geschäftsführers ausmacht.
  • Vereinbarung einer Nur-Tantieme.
  • Umsatzabhängige Tantieme.
  • Tantieme nach Beteiligungsquote.

Die soeben genannten Tantiemearten sind zwingend nur in enger Absprache mit einem Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer abzuschließen, da hier die Gefahr einer Verdeckten Gewinnausschüttung in Höhe der Tantieme an den Gesellschafter- Geschäftsführer extrem hoch ist.

4. Gesamtausstattung des Geschäftsführers

Heutzutage wird die Gesamtausstattung des Geschäftsführer in fixe und variable Gehaltsbestandteile untergliedert.

a) Vergütung des Fremdgeschäftsführers

Ist der Geschäftsführer nicht an der GmbH beteiligt und auch nicht mit einem oder mehreren Gesellschaftern verwandt, ist dessen Vergütung stets als Betriebsausgabe abziehbar. Die Vergütung des Geschäftsführer ergibt sich aus der Verhandlung entgegenstehender Interessen zwischen dem oder den Gesellschaftern der GmbH und dem Geschäftsführer und bedarf daher keiner besonderen Überprüfung durch das Finanzamt.

b) Vergütung des Gesellschafter- Geschäftsführers

Besonderheiten bei der Gestaltung der Vergütung ergeben sich jedoch in der Regel beim Gesellschafter- Geschäftsführer, da hier zusätzliche formelle Anforderungen an die vertragliche Vereinbarung der Gesamtausstattung gestellt werden. Dabei geht es immer um folgende Fragen:

  • Ist die Gesamtausstattung des Geschäftsführer üblich?
  • Sind das Gehalt des Geschäftsführer oder einzelne Gehaltsbestandteile unangemessen hoch?
  • Gibt es für die Gesamtausstattung des Geschäftsführer eine klare, im voraus getroffene und zivilrechtlich wirksame Vereinbarung?
  • Wurden die Vereinbarungen zwischen GmbH und Gesellschafter- Geschäftsführer entsprechend den Vereinbarungen tatsächlich durchgeführt?

Hier können Sie den Artikel bewerten, kommentieren oder teilen:

Zusätzliche Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung meiner Dienste. Mit der Nutzung meiner Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass ich Cookies verwende. Mehr Informationen zum Datenschutz.

Einverstanden.

EU Cookie Directive Module Information