Fallgruppen der vGA

Im Grundsatz liegt eine Verdeckte Gewinnausschüttung vor, wenn die GmbH bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters die tatsächliche Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung unter sonst gleichen Umständen gegenüber einem fremden Dritten nicht hingenommen hätte.

Für die Definition "Vermögensminderung" bzw. "Verhinderte Vermögensmehrung" wurden insbesondere folgende Fallgruppen einer Verdeckten Gewinnausschüttung gebildet:

1. Unangemessen hohe Vergütung des Geschäftsführers
2. Zinsloses oder außergewöhnlich zinsgünstiges Darlehen
3. Überhöhter Zinssatz bei Darlehen an GmbH
4. Unübliche Geschäfte zwischen GmbH und Gesellschafter
5. Unübliche Gestaltung bei Vermietung von Gegenständen
6. Verzicht der GmbH auf Rechte gegenüber Gesellschafter

1. Unangemessene Vergütung des Geschäftsführers

Häufigster Streitpunkt zwischen GmbH und Finanzamt ist die Angemessenheit der Vergütung eines Gesellschafter-Geschäftsführers, wobei als  Beurteilungskriterien für die Angemessenheit der Vergütung an erster Stelle folgende Merkmale stehen:

  • Art und Umfang der Tätigkeit des Gesellschafter-Geschäftsführers,
  • zukünftige Ertragsaussichten der GmbH,
  • Verhältnis zwischen Vergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers und verbleibendem Gewinn der GmbH,
  • Art und Höhe der Vergütung, die gleichartige Betriebe ihrem (Fremd-) Geschäftsführer für entsprechende gleichartige Leistungen gewähren.

2. Zinsloses oder zinsgünstiges Darlehen an Gesellschafter

Ein weiterer Fall der Verdeckten Gewinnausschüttung liegt dann vor, wenn ein Gesellschafter von der GmbH ein zinsloses Darlehen bzw. ein außergewöhnlich zinsgünstiges Darlehen erhält.

3. GmbH zahlt überhöhten Darlehenszins an Gesellschafter

Im umgekehrten Fall liegt ebenfalls eine Verdeckte Gewinnausschüttung vor, wenn der Gesellschafter der GmbH ein Darlehen zu einem ungewöhnlich hohen Zinssatz gewährt und die GmbH diese überhöhten Zinsen an den Gesellschafter bezahlt.

4. Geschäfte zwischen GmbH und Gesellschafter

Geschäfte zwischen der GmbH und dem Gesellschafter sind zwar möglich, müssen aber wie bei fremden Dritten abgewickelt werden. Geschäfte zwischen GmbH und Gesellschafter müssen stets einem sog. Fremdvergleich standhalten. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass bei Überschreitung des normal Üblichen eine Verdeckte Gewinnausschüttung von Seiten des Finanzamt angenommen wird. Sehr vielseitig und phantasiereich sind die Varianten der Geschäfte zwischen GmbH und Gesellschafter, die zur Verdeckten Gewinnausschüttung führen können.

  • Gesellschafter verkauft Gegenstände an GmbH zu überhöhten Preisen,
  • GmbH verkauft an Gesellschafter Gegenstände zu ungewöhnlich niedrigen Konditionen, z.B. durch Gewährung unüblicher Preisnachlässe oder Rabatte,
  • Gesellschafter verkauft Aktien an GmbH zu überhöhten Preisen, insbesondere zu einem Wert, der über dem aktuellen Kurswert liegt,
  • GmbH verkauft Aktien an Gesellschafter zu einem niedrigeren Wert an den aktuellen Kurswert.

5. Vermietung von Gegenständen

Vermietet die GmbH Gegenstände an den Gesellschafter oder umgekehrt, muss sich der Mietzins an den üblichen Bedingungen ausrichten.

6. Verzicht der GmbH auf Rechte gegenüber dem Gesellschafter

Verzichtet die GmbH auf Rechte gegenüber dem Gesellschafter, ist dies immer wieder Veranlassung für die Feststellung einer Verdeckten Gewinnausschüttung.


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