Berufsunfähigkeit

Das Risiko Berufsunfähigkeit betritt jeden Vierten vor Eintritt in die Rente und nur 10% der Betroffenen besitzen eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Inhalt:

1. Gründe für die private Berufsunfähigkeitsversicherung
2. Was ist Berufsunfähigkeit und wer wird berufsunfähig?
3. Mangelhafte staatliche Absicherung gegen Berufsunfähigkeit
4. Ermittlung der Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit
5. Wie findet man die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung? 

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind unter anderem psychische Erkrankungen und Schäden an Wirbelsäule, Gelenken, Muskeln oder Knochen. Einer der wichtigsten Gründe für die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Tatsache, dass für alle nach 1961 Geborenen keine bzw. nur eine mangelhafte staatliche Absicherung vor den Folgen einer Berufsunfähigkeit besteht.

1. Gründe pro Berufsunfähigkeitsversicherung

a) Keine staatliche Unterstützung bei Berufsunfähigkeit

Der Staat hilft im Falle einer Berufsunfähigkeit kaum noch. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt allen ab 1961 Geborenen nur noch eine Mini-Rente und auch die nur bei Erwerbsunfähigkeit. Wer noch keine fünf Jahre in die gesetzliche Sozialversicherung eingezahlt hat, bekommt noch nicht einmal diese staatliche Unterstützung bei Berufsunfähigkeit.

b) Verlust der Verdienstmöglichkeiten bei Berufsunfähigkeit

Dem Verlust der Arbeitskraft im eigenen Beruf folgt in den meisten Fällen der Verlust der wesentlichen Verdienstmöglichkeit. Wer also berufsunfähig wird, erleidet ohne eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel einen eklatanten Rückgang der laufenden Einkünfte und damit auch einen schmerzhaften Verlust der bisherigen sozialen Stellung.

c) Risiko Berufsunfähigkeit

Das Risiko der Berufsunfähigkeit wegen Unfall oder Krankheit muss also eigenverantwortlich durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden, sofern ein individuelles Risiko besteht und die Einkunftsmöglichkeiten in erster Linie auf dem erlernten und ausgeübten Beruf beruhen.

2. Was ist Berufsunfähigkeit?

Bereits jeder 4. kann heute aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr bis zum Rentenalter ausführen und wird vorzeitig berufsunfähig. Die wenigsten davon haben überhaupt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Viele haben zwar eine Berufsunfähigkeitsversicherung, aber haben die Versorgungslücke zu niedrig angesetzt oder bei den wichtigen Versicherungsbedingungen nicht genau hingeschaut.

Berufsunfähigkeit ist nicht mit Erwerbsunfähigkeit gleichzusetzen. Wer wegen eines Bandscheibenschadens nicht mehr als Maurer arbeiten kann, ist oft noch in der Lage, als Verkäufer im Fachhandel zu arbeiten. Er ist zwar infolge des Bandscheibenschadens berufsunfähig, aber eben nicht erwerbsunfähig. In vielen Fällen eines gesundheitsbedingten Zwangsausstiegs aus dem alten Beruf ist es jedoch sehr schwer, sich auf die Anforderungen einer neuen Tätigkeit einzustellen bzw. angemessene Arbeit zu finden. 

a) Ursachen der Berufsunfähigkeit

Die häufigsten Ursachen der Berufsunfähigkeit sind

  • psychische Erkrankungen und 
  • Schäden an Wirbelsäule, Gelenken, Muskeln oder Knochen.

Es ist daher ein weit verbreiteter Irrtum, dass eine Berufsunfähigkeit nur durch Unfälle eintritt und somit durch eine private Unfallversicherung ausreichend abgesichert werden kann.

b) Gefährdete Berufsgruppen

Grundsätzlich besteht das Risiko einer Berufsunfähigkeit wegen Unfall oder aus gesundheitlichen Gründen in jedem Beruf. Besonders gefährdet sind allerdings Berufe, bei denen

  • schwere körperliche Arbeiten verrichtet werden oder
  • in denen seelisch stark belastende Tätigkeiten ausgeübt werden.

Daher ist das Gesundheitsrisiko oder die Unfallgefahr für Handwerker naturgemäß höher als für Freiberufler oder Künstler. Ein besonderes Risiko der Berufsunfähigkeit besteht jedoch auch für Menschen mit Vorerkrankungen und für Extremsportler.

3. Mangelhafte staatliche Absicherung

Bei Berufsunfähigkeit greift keine staatliche Rente oder Versicherung. Für alle ab 1961 Geborenen wurde die frühere Berufsunfähigkeitsrente durch eine zweistufige Erwerbsunfähigkeitsrente ersetzt. Die Höhe der in beiden Fällen spärlichen staatlichen Unterstützung hängt davon ab, wie viele Stunden die Betroffenen täglich noch arbeiten können – in irgendeiner Tätigkeit.

Achtung: Wer berufsunfähig ist, muss nicht erwerbsunfähig sein.

Bei einem früheren Bruttomonatseinkommen von 3.000,-- Euro bekommt man im Falle der Erwerbsunfähigkeit nur die halbe Rente von ca. 475 Euro, wenn man noch mehr als drei Stunden täglich irgendwie und irgendwo arbeiten kann. Wer mehr als sechs Stunden täglich arbeitsfähig ist – in einer beliebigen Tätigkeit – erhält gar keine Unterstützung. Den vollen Satz von rund 945 Euro gibt es nur, wenn man den Nachweis erbringen kann, dass man nur noch weniger als drei Stunden arbeiten kann. Alle drei Jahre werden die Voraussetzungen der Erwerbsunfähigkeit durch eine wiederholte Leistungsprüfung gecheckt.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist also – zumindest in vielen Berufsgruppen - unabdingbar und günstiger zu haben, als viele denken. Ein Versicherungsvergleich im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung bringt die richtige Versicherung ans Licht.

4. Ermittlung der Versorgungslücke

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wie groß die Versorgungslücke im Ernstfall ist, also wie hoch die monatliche Berufsunfähigkeitsrente im Falle einer Berufsunfähigkeit sein sollte? Hierzu sollten Sie sich als erstes bei dem Rentenversicherungsträger über die Höhe der Ihnen zustehenden gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsrente informieren. Dazu addieren Sie alle sonstigen Einkünfte aus Mieteinnahmen oder Kapitalvermögen, soweit vorhanden. Die Summe der gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsrente und der sonstigen Einkünfte abzüglich Ihres bisherigen Einkommens ergibt Ihre Versorgungslücke, die mindestens durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zu schließen ist.

Beachten Sie jedoch, dass eine private Berufsunfähigkeitsrente nur den Zeitraum abdeckt, in dem man normalerweise erwerbstätig ist, also bestenfalls bis zum 65. oder 67. Lebensjahr. Bei Eintritt in den Ruhestand ab dem 65. oder 67. Lebensjahr fallen diese Leistungen somit weg. Auch für den nachfolgenden Zeitraum will vorgesorgt sein. Um das Inflationsrisiko abzudecken, bieten viele Berufunfähigkeitsversicherungen eine dynamische private Berufsunfähigkeitsversicherung an. Im Versicherungsfall steigt die Rente dann Jahr für Jahr. 

5. Wie findet man die richtige Versicherung?

a) Eingeschränkte Möglichkeiten des Versicherungsvergleichs

Für den Laien ist es sehr schwierig, die richtige Versicherung zu finden, da sich die verschiedenen Gesellschaften und deren Versicherungsbedingungen und  Tarife nur eingeschränkt vergleichen lassen. Die Preise, Leistungen und Versicherungsbedingungen unterscheiden sich jedoch oft erheblich. Hier ist also die Beratung durch einen Experten dringend anzuraten, um einen transparenten Versicherungsvergleich zu erarbeiten und sich gerade vor den gefährlichen Klauseln in den Versicherungsbedingungen zu schützen. Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ohne einen vorherigen Versicherungsvergleich und ohne individuelle und fachkundige Beratung zu den Versicherungsbedingungen ist nicht zu empfehlen.

Die Höhe der Kosten einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hängen in erster Linie von folgenden Faktoren ab:

  • Leistungsspektrum des Versicherung, in erster Linie die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente,

  • Individuelle Vertragsbedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung,

  • Persönliches Risiko einer Berufsunfähigkeit; die Versicherungen teilen ihre Kunden nach ihrer beruflichen Tätigkeit in verschiedene Risikogruppen ein. Akademiker mit Schreibtischjob, Ärzte oder Architekten zahlen in der Regel am wenigsten.

Bei der Auswahl einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist jedoch nicht nur auf den Preis zu achten, sondern ebenso auf die Versicherungsbedingungen der Versicherung. Zusätzlich sollten auch die Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung in die Betrachtung miteinbezogen werden, auch wenn diese eine Berufsunfähigkeitsversicherung niemals ersetzen können.

b) Kombiverträge

Viele Versicherungen bieten die private Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination

  • mit einer Kapital- oder Risikolebensversicherung,
  • mit einer staatlich geförderten privaten Rentenversicherung („Riester-Rente“) oder
  • mit einem Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge an.

Ein solcher Kombivertrag ist nur dann sinnvoll, wenn die zusätzliche Lebensversicherung ohnehin benötigt wird und beide Produkte zusammen günstiger sind als einzeln.


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