Betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind wichtige Informationen zur Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens, die sich aus der Bilanz und/oder der Gewinn- und Verlustrechnung ermitteln lassen.

Inhalt:

  1. Grundlagen
  2. Funktionen
  3. Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen
  4. Kennzahlensysteme

Grundlagen

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen bilden die Basis zur Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens und sind somit nicht nur für Geschäftsführer bzw. Gesellschafter wichtige Entscheidungsgrundlagen, sondern auch für potentielle Investoren oder Darlehensgeber. Mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Kennzahlen lassen sich

  • Stärken und Schwächen eines Unternehmens erkennen,
  • Soll- und Ist- Zahlen kontrollieren,
  • Entwicklungen eines Unternehmens dokumentieren und
  • Vergleiche mit anderen Unternehmen in der Branche durchführen.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen vermitteln dem Geschäftsführer, Gesellschafter, Investor oder Darlehensgeber kurz und knapp einen schnellen Einblick in den Zustand eines Unternehmens, um auf dieser Grundlage nähere Kontrollen durchzuführen oder Entscheidungen zu treffen.

Analyse von Kennzahlen

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen lassen sich in verschiedene Richtungen analysieren und miteinander vergleichen, insbesondere

  • im zeitlichen Vergleich von Monaten, Quartalen oder Jahren zur Kontrolle und Dokumentation zeitlicher Entwicklungen;
  • im Branchenvergleich, z.B. im Vergleich zu anderen Unternehmen innerhalb der gleichen Branche;
  • im Soll-Ist-Vergleich, d.h. im Vergleich zwischen Zielen und tatsächlichen Ergebnissen.

Ohne einen solchen zeit-, brachen- oder erfolgsbezogenen Vergleich sagt eine Kennzahl relativ wenig aus.

Insbesondere Controller im Unternehmen, Kreditinstute, Ratingagenturen und Börsenanalysten setzen betriebswirtschaftliche Kennzahlen gerne zu Analysezwecke ein.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus der Vielzahl betriebswirtschaftlicher Kennzahlen spielen die in der folgenden Liste genannten Kennzahlen eine besondere Rolle, da sie einerseits in allen Branchen und Unternehmensgrößen relevant sind und darüber hinaus eine hohe Aussagekraft zur Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens haben (in alphabetischer Reihenfolge):

a) Cashflow   Differenz aus Einzahlungen und Auszahlungen in einer Periode; wichtig zur Ermittlung der Schuldentilgungskraft eines Unternehmens und zur Unternehmensbewertung.
b) Cashflow-Leistungsrate   Die Cashflow-Leistungsrate ist das Verhältnis zwischen Cashflow eines Jahres und dem Umsatz.
c) Eigenkapitalquote   Die Eigenkapitalquote gibt den prozentualen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an und ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Bonität eines Unternehmens.
d) Pro-Kopf-Leistung   Die Pro-Kopf-Leistung gibt die Produktivität der beschäftigten Mitarbeiter an.
e) Rohgewinn I   Kennzahl zur Beurteilung der Rentabilität eines Unternehmens
f) Rohgewinn II   Der Rohgewinn II ist eine Erweiterung des Rohgewinns I und ermittelt sich unter Abzug der Personalkosten vom Rohgewinn I.
g) Schuldentilgungs- dauer   Die Schuldentilgungsdauer gibt die Anzahl von Jahren an, die ein Unternehmen benötigt, um einen fiktiven Kredit aus dem Jahres-Cashflow zurückzuzahlen.

Kennzahlensysteme

Mehrere betriebswirtschaftliche Kennzahlen lassen sich auch in sog. Kennzahlsysteme zusammenfassen, von denen die folgenden zu den bekanntesten und wichtigsten zählen:

  • DuPont-Schema,
  • ZVEI-Kennzahlensystem und
  • RL-Kennzahlensystem.

Einer der Vorteile solcher Kennzahlensysteme besteht darin, dass sich dadurch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zwischen Ursachen und Auswirkungen einzelner isolierter Kennzahlen ermitteln lassen.


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