Prüfungsschema zur Kleinunternehmerregelung

Das korrekte Prüfungsschema zur Kleinunternehmerregelung folgt aus § 19 UStG. Danach besteht eine Option zur Anwendung der Kleinunternehmerregelung, wenn die genannten Voraussetzungen eingehalten werden. 

Die wesentlichen Voraussetzungen der Kleinunternehmerregelung stehen mit der Einhaltung der Umsatzgrenzen in Verbindung. Die Option zur Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist möglich, wenn der Umsatz im Vorjahr niedriger war als 17.500 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich niedriger sein wird als 50.000 Euro. Anhand eines einfachen Beispiels soll nun das Prüfungsschema erläutert werden, aus dem sich jeweils die richtige Antwort ergibt, ob die Anwendung der Kleinunternehmerregelung weiterhin möglich ist.

Beispiel:

Der Freiberufler Schneider macht sich am 01.01.2006 neben seiner Anstellung selbständig. Für das Gründungsjahr 2006 rechnet er mit einem Umsatz von 12.500 Euro. Für 2007 und 2008 rechnete er jeweils mit einem Umsatz von 15.000 Euro. Die tatsächlichen Umsätze ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Kalenderjahr

 

Geschätzte Umsätze zu Beginn des Kalenderjahres

 

Tatsächlich erzielte Umsätze im Kalenderjahr

 

 

 Euro

 

 Euro

2006

 

 12.500

 

13.000

2007

 

 15.000

 

17.900

2008

 

 15.000

 

16.800

Auf Basis dieser Zahlen wird nunmehr das Prüfungsschema zur Kleinunternehmerregelung anhand von Beispielen dargestellt:

Prüfungsschema zur Kleinunternehmerregelung:

a) Im Gründungsjahr

Podologe Schneider hat in 2007 eine selbstständige Tätigkeit als Freiberufler begonnen. Ein Vorjahresumsatz steht nicht zu Verfügung, so dass Schneider lediglich seinen Umsatz im Gründungsjahr schätzen musste.

Fazit: Da Schneider für das Jahr der Existenzgründung einen Umsatz unter 17.500 geschätzt hat, steht ihm die Anwendung der Kleinunternehmerregelung offen.

b) Im 2. Geschäftsjahr

Zunächst prüft Schneider, ob der tatsächlich erzielte Umsatz im Vorjahr die maßgebliche Umsatzgrenze von 17.500 überschritten hat. Das war bei ihm nicht der Fall, weil er im Gründungsjahr 2007 nur einen Umsatz von 13.000 Euro erzielt hat (vgl. Spalte 2). In 2007 muss Schneider jedoch weiter prüfen, ob sein Umsatz im laufenden Kalenderjahr 2007 voraussichtlich die Umsatzgrenze von 50.000 Euro überschreiten wird. Diese Prüfung erfolgt anhand aller erkennbaren Umstände zu Beginn des Geschäftsjahres 2007. Schneider geht zu Beginn 2007 davon aus, dass er in 2007 einen Umsatz von 15.000 Euro erzielen wird.

Fazit: Schneider kann auch in 2007 die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

c) Im 3. Geschäftsjahr

Im 3. Geschäftsjahr wiederholen sich die Schritte wie im 2. Geschäftsjahr. Im 1. Schritt prüft Schneider zu Beginn des Jahres 2008, ob der von ihm tatsächlich erzielte Umsatz im Vorjahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro unterschritten hat. Dies war jedoch nicht der Fall, da der tatsächlich erzielte Umsatz in 2007 die maßgebende Umsatzgrenze von 17.500 Euro um 400 Euro überschritten hat (vgl. Spalte 2). 

Fazit: Schneider darf in 2008 die Kleinunternehmerregelung nicht mehr in Anspruch nehmen. Schneider wäre zu empfehlen gewesen, im Dezember 2007 einen Teil des Umsatzes ins folgende Jahr zu verlagern.


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