Vor- und Nachteile der GmbH

Mit der Einführung der GmbH in 1892 als Gesellschaft mit beschränkter Haftung wollte der Gesetzgeber kleinen und mittleren Unternehmen zuallererst eine Rechtsform zur Verfügung stellen, die bei der Gründung eines Unternehmens hohe Flexibilität gewährt und die Möglichkeit einer Haftungsbeschränkung bietet.

Inhalt:

1. Einsatzzwecke der GmbH
2. Vorteile der GmbH
3. Nachteile der GmbH

Seit Einführung der GmbH als Rechtsform hat sie sich zur beliebtesten Rechtsform in Deutschland entwickelt, die in 2008 umfassend reformiert und an moderne Anforderungen in der Wirtschaft angepasst wurde. Ferner wurden die Möglichkeiten zum Missbrauch der GmbH eingeschränkt. Eine der wesentlichen Neuerungen im GmbH-Recht war die Einführung einer Rechtsformalternative namens Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), die insbesondere Existenzgründern mit wenig Kapital einige Vorteile bietet.

1. Einsatzzwecke der GmbH

Die Gesellschaft mit beschänkter Haftung (= GmbH) ist grundsätzlich für alle Unternehmensformen und Branchen geeignet. Genauso eignet sich die GmbH auch für nicht-unternehmerische Vorhaben, insbesondere für Unternehmen im gemeinnützigen Bereich ohne Gewinnerzielungsabsicht. Beliebt ist die GmbH auch im öffentlichen Bereich, z.B. für städtische Versorgungsbetriebe. Existenzgründer können auf die Rechtsform der GmbH genauso zurückgreifen wie bereits erfolgreiche Unternehmer. 

2.  Vorteile der GmbH

Einer der großen Vorteile der GmbH besteht darin, dass sich diese Rechtsform gleichermaßen für Betriebe

  • in der Produktion,
  • im Handel und
  • im Bereich der Dienstleistungen

eignet. Nach § 1 GmbHG darf sich der Unternehmensgegenstand der GmbH auf jeden gesetzlich zulässigen Zweck ausrichten. Neben dem klassischen Handelsgewerbe darf die GmbH also auch für freiberufliche, künstlerische oder wissenschaftliche Zwecke genutzt werden.

Die Vorteile der GmbH liegen ferner darin, dass sich die geschäftlichen Beziehungen zwischen den Gründern bzw. Gesellschaftern übersichtlich gestalten lassen, die Kapitalaufbringung von Anfang an geregelt wird und den Gesellschaftern eine weitreichende Haftungsbeschränkung gewährt wird.

Stichpunktartig lassen sich die Vorteile der GmbH wie folgt auflisten:

  • Ausschluss der persönlichen Haftung der GmbH-Gesellschafter;
  • Möglichkeit zur entgeltlichen Mitarbeit im eigenen Unternehmen;
  • höchstmögliche Einflussnahme auf die Geschäftsführer der GmbH;
  • steuerlich wirksame Versorgung und Absicherung der Gesellschafter-Geschäftsführer;
  • weitgehende Gestaltungsfreiheit beim Gesellschaftsvertrag

Die GmbH ist selbst Steuersubjekt, sprich die Gewinne der GmbH unterliegen zunächst nur der Körperschaftssteuer. Der Steuersatz beträgt 15%. Die bezahlte Körperschaftssteuer ist definitiv, d.h. sie wird nicht auf die Einkommensteuer der Gesellschafter angerechnet. Im Falle der Gewinnausschüttung der GmbH an ihre Gesellschafter erfolgt jedoch nochmals eine Besteuerung der ausgeschütteten Gewinne auf Ebene der Gesellschafter.

3. Nachteile der GmbH

Bei der GmbH handelt es sich um eine juristische Person des Privatrechts mit eigener Rechtspersönlichkeit und eigenem Vermögen, das strikt zu trennen ist vom Vermögen der beteiligten Gesellschafter. Dadurch ergeben sich zahlreiche formale Anforderungen, die bei der Wahl der Rechtsform dringend zu berücksichtigen sind. Diese strikte Trennung zwischen Vermögen der GmbH und Privatvermögen der Gesellschafter ist aus verschiedenen Gründen zwingend zu beachten und überfordert manche Unternehmer. An erster Stelle stehen dabei Erwägungen des

  • Steuerrechts,
  • Insolvenzrecht und 
  • Gesellschaftsrechts.

Aus diesem Grund sind bei der Gründung, Führung und Auflösung einer GmbH zahlreiche Formalien zu beachten, die teilweise auch deutlich höhere Kosten verursachen als bei Gründung, Führung oder Auflösung einer anderen Rechtsform. So erfordert die Gründung einer GmbH nicht nur ein Stammkapital von mindestens 25.000,-- Euro, sondern auch eine notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages.

Aus steuerrechtlichen Gründen ist eine lückenlose Dokumentation aller Geschäfte zwischen GmbH und Gesellschafter erforderlich.

Als Handelsgesellschaft kraft Rechtsform muss die GmbH zwingend einen jährlichen Vermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1 EStG i.V.m. § 5 EStG, bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, erstellen und veröffentlichen.

Die Auflösung der GmbH muss nach einem förmlichen Verfahren (= Liquidation) geschehen. 


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