Grundsätze der Berufsausübung

Die Tätigkeit der Freiberufler ist geprägt von allgemeinen Grundsätzen der Berufsausübung, die je nach Art der Freiberufler ihre Besonderheiten haben und in besonderen gesetzlichen Regelungen normiert und definiert sind.

Inhalt:

1. Freiberufler sind unabhängig
2. Freiberufler arbeiten eigenverantwortlich
3. Freiberufler sind zur Gewissenheit verpflichtet
4. Freiberufler sind zur Verschwiegenheit verpflichtet

Allen Freiberuflern ist gemeinsam, dass sie ihren Beruf unabhängig, eigenverantwortlich und gewissenhaft auszuüben haben. In der Regel werden Freiberufler auch zu besonderer Verschwiegenheit verpflichtet.

1. Freiberufler sind unabhängig

Der Grundsatz der Unabhängigkeit im Verhältnis zwischen Freiberufler und Mandant, Patient oder Kunde verpflichtet den Freiberufler dazu, dass er sich stets die Freiheit erhält, das Verlangen nach ungesetzlichem oder berufswidrigem Verhalten abzulehnen. Ferner hat sich ein Freiberufler stets seine Unabhängigkeit auch gegenüber seinen eigenen Mitarbeitern zu bewahren, insbesondere keine wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Freiberufler und Mitarbeiter zuzulassen. Unabhängigkeit setzt stets geordnete wirtschaftliche Verhältnisse voraus. Insbesondere beratende Freiberufler (Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachübersetzer) haben im Sinne der Unabhängigkeit darauf zu achten, dass sich durch ein Beratungsverhältnis zu Mandanten keine Gefahr der Interessenkollision ergibt.

2. Freiberufler arbeiten eigenverantwortlich

Freiberufler über ihre berufliche Tätigkeit stets eigenverantwortlich aus und übernehmen demzufolge die volle Verantwortung für alle beruflichen Handlungen. Der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit beinhaltet, dass sich der Freiberufler stets sein eigenes Urteil bildet und daraus seine Konsequenzen zieht. Mitarbeiter und Hilfskräfte sind mit besonderer Sorgfalt auszuwählen und in ihrer Tätigkeit zu überwachen. Der Freiberufler trägt daher stets die Verantwortung dafür, was in seinem Praxisumfeld geschieht. 

3. Freiberufler sind zur Gewissenheit verpflichtet

Freiberufler sind stets zur gewissenhaften Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeiten verpflichtet. In erster Linie geht es hierbei darum, wie der Freiberufler seine Tätigkeit erbringt. Hierzu gehört zunächst die sorgfältige Wahrung der Interessen bzw. der Gesundheit des Auftraggebers im Rahmen des Auftrages. Ferner gehört hierzu, dass der Freiberufler stets die gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und Standesregeln beachtet. Der Grundsatz der Gewissenhaftigkeit findet seine Ausprägung in der Verpflichtung zu zuverlässiger, gründlicher und pünktlicher Berufsausübung. Ferner gehört hier auch eine sorgfältige Organisation der Kanzlei oder der Praxis dazu. 

4. Freiberufler sind zur Verschwiegenheit verpflichtet

Grundsätzlich ergibt sich die Pflicht des Freiberufler zur Verschwiegenheit schon aus dem Auftrag des Mandanten, Patienten oder Kunden. Diese Pflicht der Freiberufler zur Verschwiegenheit wird auch durch ein besonderes Auskunftsverweigerungsrecht bzw. Zeugnisverweigerungsrecht gestärkt. Ein Verstoß gegen die Verpflichtung zur Verschwiegenheit ist in der Regel durch das Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt.


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