Meldepflichten für Freiberufler

Freiberufler genießen in vielen Bereichen einen Sonderstatus, der ihnen auch Vorteile bringt. Dennoch bestehen auch für Freiberufler einige Meldepflichten, die hier näher ausgeführt werden.

Inhalt:

1. Freiberufler und das Finanzamt
2. Freiberufler und Arbeitnehmer
3. Freiberufler und die Berufskammer

Obwohl Freiberufler kein Gewerbe betreiben, bestehen auch für sie gewisse Meldepflichten, insbesondere die Anmeldung beim Finanzamt.

1. Freiberufler und Finanzamt

Innerhalb eines Monats nach Beginn der freiberuflichen Tätigkeit ist die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit beim örtlich zuständigen Finanzamt anzumelden. Bei natürlichen Personen ist das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Wenn Sie dieser Anmeldepflicht nicht nachkommen, kann das Finanzamt ein Zwangsgeld gegen Sie festsetzen. Auch die Verlegung des Orts der beruflichen Betätigung oder die Aufgabe muss dem Finanzamt mitgeteilt werden. Für die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ist regelmäßig ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen. Es geht der unternehmensrelevanten Daten ausfüllen, den Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt auch online als Formular- Download erhalten. Es empfiehlt sich, den Fragebogen bereits zusammen mit der Anmeldung beim Finanzamt einzureichen, um das Clearing- Verfahren abzukürzen.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für eine Freiberuflichkeit findet man beispielsweise auf der Seite des Finanzamts München V unter "Download", "Download von Vordrucken". Den ausgefüllten Fragebogen können Sie zusammen mit der Anmeldung auch persönlich abgeben, wenn Sie Verständnisfragen haben und noch Aushfüllhinweise benötigen. Nach Abschluss des Clearing-Verfahrens trifft das Finanzamt anhand der gemachten Angaben zur beabsichtigten Tätigkeit die Entscheidung, ob eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit vorliegt. Im Übrigen ist der ausgefüllte Fragebogen die Basis für die Erteilung einer Steuernummer, die zur Ausstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung erforderlich ist. Die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnung haben sich seit dem 01.07.2004 deutlich verschärft, §§ 14, 14 a UStG. Darüber hinaus wird die Bestätigung der steuerlichen Erfassung für alle Förderantrage bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit aus der Arbeitslosigkeit benötigt, insbesondere für den Gründungszuschuss und das Einstiegsgeld. Die Angaben in dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung dienen auch für die Festlegung, welche Steuererklärungen zukünftig abzugeben sind. Sie müssen dort auch angeben, welchen voraussichtlichen Umsatz und Gewinn Sie erzielen werden; diese Angaben dienen in erster Linie als Grundlage für die vierteljährlichen Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer (ESt), Kirchensteuer (KiSt) und Solidaritätszuschlag (SolZ). Sie sollten Umsatz und Gewinn realistisch schätzen, um nachträgliche Steuernachzahlungen zu vermeiden. Seien Sie aber auch nicht zu optimistisch, da die Steuervorauszahlungen dringend notwendige Liquidität entziehen.

Monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen

Die meisten Freiberufler trifft wie jeden anderen selbständigen Unternehmer auch die Pflicht zur regelmäßigen Berechnung und Abführung der Umsatzsteuer. Existenzgründer sind verpflichtet, unabhängig von der Höhe des Umsatzes solange monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben, bis das Finanzamt über einen anderen Turnus entscheidet. Besteuert wird der Umsatz mit Ihren Kunden; dazu zählen Lieferungen (z.B. Warenverkäufe), sonstige Leistungen (z.B. Beratungsleistungen) und der Eigenverbrauch von Waren und sonstigen Leistungen. Je nach Art der ausgeübten Tätigkeit können sich allerdings Unterschiede beim anzuwendenden Steuersatz oder sogar eine Umsatzsteuerbefreiung ergeben. So unterliegt z.B. die selbständige schriftstellerische Tätigkeit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % (§ 12 Abs. 1 Nr. 7c UStG) und die Umsätze eines selbstständigen Arztes sind steuerfrei (§ 4 Nr. 14 UStG).

Kleinunternehmerregelung

Grundsätzlich sind auch Freiberufler berechtigt, von der sog. Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG Gebrauch zu machen. In diesen Fällen weisen Sie auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und führen auch keine an das Finanzamt ab. Ein Muster einer ordnungsgemäßen Rechnung eines Kleinunternehmers finden Sie hier. Als Kleinunternehmer dürfen Sie keine Vorsteuer aus den Rechnungen anderer Unternehmer abziehen.

2. Freiberufler und Arbeitnehmer

Freiberufler, die von Beginn an Arbeitnehmer beschäftigen, müssen beim Arbeitsamt zunächst eine Betriebsnummer beantragen. In diesem Fall sind Sie für die ordnungsgemäße Anmeldung der Arbeitnehmer, die Berechnung und Abführung der Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an die zuständigen Stellen verantwortlich. Als Arbeitgeber haften auf Freiberufler bei jeder Lohnzahlung für die richtige Einbehaltung und Abführung von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Das gleiche gilt für die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung.

3. Freiberufler und Berufskammer

Wenn für Ihre freiberufliche Tätigkeit eine gesonderte Bestellung oder Zulassung erforderlich ist, müssen Sie diese bei der zuständigen Berufskammer beantragen.


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