Begabtenförderung Gesundheitsfachberufe

Die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB) vergibt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und im Rahmen des Förderprogramms der Bundesregierung "Begabtenförderung berufliche Bildung" Stipendien bis zu 5.100 EUR für anspruchsvolle Weiterbildungen.

1. Wer erhält ein Stipendium?

Eine Aufnahme in die Begabtenförderung berufliche Bildung ist möglich mit einer abgeschlossenen Ausbildung in einem bundesgesetzlich geregelten Gesundheitsfachberuf. Bundesgesetzlich geregelte Gesundheitsfachberufe sind:

  • Altenpfleger/-in
  • Diätassistent/-in
  • Ergotherapeut/-in
  • Gesundheits- u. Krankenpfleger/-in
  • Gesundheits- u. Kinderkrankenpfleger/-in
  • Hebamme / Entbindungspfleger
  • Logopädin/Logopäde
  • Masseur u. med. Bademeister/-in
  • Medizinisch-technische/r Assistent/-in - Funktionsdiagnostik
  • Medizinisch-technische/r Assistent/-in - Labor
  • Medizinisch-technische/r Assistent/-in - Röntgen
  • Orthoptist/-in
  • Pharmazeutisch-techn. Assistent/-in
  • Physiotherapeut/-in
  • Podologe/Podologin
  • Rettungsassistent/-in
  • Veterinär-med.-techn. Assistent/-in

2. Wer gilt als „begabt“?

Die Qualifizierung für die Begabtenförderung berufliche Bildung kann durch folgende Wege nachgewiesen werden:

  • Sie haben Ihre Berufsabschlussprüfung mit mindestens 87 Punkten oder besser als „gut“ (bei mehreren Prüfungsteilen Durchschnittsnote 1,9 oder besser) bestanden oder
  • Sie weisen Ihre besondere Qualifikation durch einen begründeten Vorschlag Ihres Arbeitgebers oder der Berufsschule nach, wenn Sie die Mindestpunktzahl/-note nicht erreicht haben. In diesem Vorschlag ist substantiiert darzulegen, welche besonderen Gründe Ihre Aufnahme in die Förderung rechtfertigen. Normale Arbeitszeugnisse reichen nicht.

3. Ist eine Altersgrenze zu beachten?

Bei der Aufnahme in das Programm müssen Sie grundsätzlich jünger als 25 Jahre sein. Durch Berücksichtigung von Anrechnungszeiten können bis zu drei Jahre hinzugerechnet werden.

Achtung: Wenn Sie bereits 28 Jahre oder älter sind, können Sie ausnahmslos nicht mehr aufgenommen werden.

4. Wo bewerbe ich mich?

Die Bewerbung ist an die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung zu richten. Die notwendigen Unterlagen sollten telefonisch angefordert werden.

5. Wie bewerbe ich mich?

Verpflichtend für Ihre Bewerbung ist das "Stammblatt für Stipendiaten/Stipendiatinnen". Dieses "Stammblatt" muss mit folgenden Anlagen eingereicht werden:

  • Kopie des Zeugnisses, aus dem die Abschlussnoten (mündlich, schriftlich, praktisch) hervorgehen.
  • Bescheinigung des Arbeitgebers mit Angabe des Beschäftigungsbetriebes und der wöchentlichen Arbeitszeit, im Falle der Arbeitslosigkeit eine Bescheinigung der Arbeitsagentur.
  • Begründeter Vorschlag, falls Ihre Abschlussnote für die Bewerbung nicht genügt.

6. Sind Bewerbungstermine zu beachten?

Ja. Es gibt besondere Termine für die Auswahlverfahren.

  • 1. Verfahren im Frühjahr: Bewerbungsschluss: 28. Februar - Aufnahmetermin: 1. April
  • 2. Verfahren im Herbst: Bewerbungsschluss: 31. August - Aufnahmetermin: 1. Oktober

7. Wie lange werde ich gefördert?

Ihr Stipendium beginnt mit dem Tag der Aufnahme, d.h. entweder 1. April oder 1. Oktober eines Jahres. Die Bestätigung der Aufnahme erfolgt schriftlich. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie „Stipendiatin“ bzw. „Stipendiat“ und können aus dem Programm gefördert werden. Das Aufnahmejahr gilt immer - unabhängig vom konkreten Aufnahmetermin - als erstes Förderjahr. Ihr Stipendium endet regelmäßig am 31. Dezember des übernächsten Jahres.

Beispiel: Wenn Sie am 1. April 2008 aufgenommen wurden, endet Ihr Förderzeitraum am 31. Dezember 2010.

8. Wie viel Geld kann ich bekommen?

Als Stipendiat/-in können Sie innerhalb des Förderzeitraums Zuschüsse von insgesamt 5.100 EUR für förderfähige Weiterbildungen beantragen. Das sind jährlich 1.700 EUR – bei einem Eigenanteil von höchstens 180 EUR pro Jahr. Der Eigenanteil schmälert nicht Ihren Gesamtförderbetrag von 5.100 EUR.

9. Wofür kann ich mein Stipendium nutzen?

Förderfähig sind anspruchsvolle - in der Regel berufsbegleitende - Weiterbildungen:

  • Maßnahmen zum Erwerb fachbezogener beruflicher Qualifikationen, wie z.B. zu Themen wie Wundmanagement, Dekubitus, Schlaganfall, Mentorenausbildung, QM-Beauftragte/r usw., Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Sensorische Integration und vieles mehr.
  • Fachweiterbildungen, wie z.B. Fachkrankenschwester Anästhesie/Intensiv, OP, Psychiatrie usw.,
  • Seminare zum Erwerb fachübergreifender und sozialer Kompetenzen, z. B. Fremdsprachen, EDV, Rhetorik, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement.

Neu: Ab 2008 können Sie mit dem Stipendium Ihr berufsbegleitendes Studium finanzieren. Dies gilt unter folgenden Voraussetzungen:

  • Sie arbeiten mindestens 15 Stunden / Woche.
  • Ihr Studium darf noch nicht begonnen haben.
  • Das Studium baut auf Ihrer Ausbildung und Berufstätigkeit auf.

10. Wie beantrage ich einen Zuschuss?

Als Stipendiat/-in suchen Sie sich aus dem breiten Angebot an förderfähigen Weiterbildungen Ihre Maßnahmen aus. Ist die Weiterbildung förderfähig, wird der genaue Förderbetrag berechnet und in eine Fördervereinbarung übertragen, die Sie unterschreiben müssen. Darin ist festgelegt, wann und ggf. in welchen Raten der Förderbetrag ausgezahlt wird.


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