Geld für Existenzgründer

Genügend Startkapital in Form von Geld ist für Existenzgründer zu Beginn der Selbständigkeit leider nur schwer zu bekommen und in erster Linie von einer guten Geschäftsidee sowie einem perfekten Businessplan abhängig.

Inhalt:

1. Eigenkapital
2. Bankkredit
3. Fördermittel
4. Risiko- oder Beteiligungskapital

Eigentlich war es für Existenzgründer noch nie einfach, an genügend Startkapital zu kommen, das nicht nur den Kapitalbedarf für die notwendigen Investitionen deckt, sondern auch die Lebenshaltungskosten des Gründers für die ersten Monate. Grundsätzlich stehen zwar verschiedene Geldquellen zur Verfügung, aber für die meisten Existenzgründer ist der klassische Bankkredit nach wie vor die wichtigste Finanzierungsform, obwohl es bereits einige Alternativen zum Bankkredit gibt. Nicht jeder hat jedoch einen zahlungskräftigen und bereitwilligen Investor oder Bürgen in der Familie und in vielen Fällen mangelt es potentiellen Geldgebern auch an Phantasie und Zuversicht, dass die etwas ausgefallene Geschäftsidee erfolgreich ist. Das ist auch der Grund, warum sich Existenzgründer mit einem bewährten Geschäftskonzept leichter tun, die erforderlichen Geldmittel über ein Darlehen bei der Bank oder auf andere Weise aufzutreiben. Was Banken nicht kennen oder nicht verstehen, finanzieren sie in der Regel auch nicht.

1. Eigenkapital

Die wichtigste und beste Form zur Finanzierung einer Existenzgründung ist Eigenkapital, das in jedem Fall zu mindestens 1/4 die notwendigen Geldmittel decken sollte. Darunter wird es ohnehin schwierig, andere Kapitalgeber zu überzeugen, in die Geschäftsidee zu investieren oder Geld bereitzustellen. Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto unabhängiger kann der Gründer von Kreditinstituten oder anderen Kapitalgebern agieren. Darüber hinaus schärft ein hoher Anteil von Eigenkapital von Anfang an das Gefühl des Gründers, mit der knappen Ressource Geld vernünftig, zurückhaltend und sparsam umzugehen. Zum Eigenkapital zählt z.B. das bei Gründung eingezahlte Stammkapital einer GmbH.

2. Bankkredit

In den meisten Fällen reicht das Eigenkapital der Existenzgründer nicht aus, um daraus die notwendigen Investitionen zu finanzieren und die Lebenshaltungskosten der ersten Monate zu decken. Deshalb kommt kaum eine Existenzgründung ohne zusätzliches Fremdkapital aus, meist in Form eines Bankkredits. Der Bankkredit ist und bleibt das klassische Instrument für Freiberufler sowie kleine und mittelständische Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen ins Anlagevermögen. Diese Finanzierungsform ist vor allem dann geeignet ist, wenn es um langfristige Investitionen geht, die für den Bestand oder das Wachstum des Unternehmens unbedingt notwendig sind. Dem Gründer muss von Anfang an klar sein, dass sich aus dem Bankkredit erhöhte und meist kostenpflichtige Dokumentationspflichten hinsichtlich Liquidität und Ertrag ergeben.

3. Fördermittel

Existenzgründer können auf unzählige Initiativen und Fördermittel des Bundes, der Länder und der Europäischen Union zur finanziellen Förderung einer Existenzgründung zugreifen. Gründungszuschuss und Einstiegsgeld für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit bilden dabei nur einen kleinen Teil der verfügbaren Fördermittel. Die Bundesregierung gibt mit der Förderdatenbank des Bundes online einen vollständigen und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Eine weitere wichtige Anlaufstation für Existenzgründer ist das Portal der KfW Mittelstandsbank, wo alle Förderangebote und Fördermittel für Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen gebündelt werden. Dabei handelt es sich allerdings meistens um Kredite, die zwar zu zinsgünstigen Konditionen ausgegeben werden, aber innerhalb der vereinbarten Laufzeit zurückgezahlt werden müssen.

4. Risiko- oder Beteiligungskapital

Risiko- oder Beteiligungskapital ist vor allem für solche Existenzgründer interessant, die sich mit einer ausgefallenen, aber äußerst ertragreichen Geschäftsidee selbständig machen wollen. Hier erhalten Existenzgründer Eigenkapital von sog. Business Angels oder Beteiligungsgesellschaften ohne bankübliche Sicherheiten. Es handelt sich um Risikokapital, das sozusagen das gleiche Schicksal teilt wie das Eigenkapital des Gründers, also im schlimmsten Fall für immer verloren ist. Das zur Verfügung gestellte Beteiligungskapital ist Eigenkapital und verbessert so die Vermögenslage und die Bilanzstruktur des Unternehmens. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen in der Regel auch wichtige Kontakte und Know-How für ein nachhaltiges Wachstum des Unternehmens. Die Kapitalgeber wollen jedoch in der Regel ein Mitspracherecht bzw. eine laufende Dokumentation über den Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens. Eine neue und moderne Form von Risiko- oder Beteiligungskapital stellt das Crowdfunding über die entsprechenden Online-Plattformen dar.


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