Beweiskraft einer E-Mail

Eine E-Mail ist nicht in allen Situationen im Geschäftsleben geeignet, insbesondere wenn man etwas Schriftliches zum Beweis braucht. Die E-Mail besitzt keine Beweiskraft in einer gerichtlichen Auseinandersetzung.

1. Beweis durch Urkunden

Eines der möglichen Beweismittel in einem Prozeß sind Urkunden. Während der übliche Geschäftsbrief zweifellos die Voraussetzungen einer Urkunde erfüllt, ist dies bei einer E-Mail eher zweifelhaft bzw. zu verneinen. Als Beweismittel muss eine Urkunde

  • echt,
  • mangelfrei und
  • vom Aussteller unterschrieben

sein. Schnell erkennt man, wo das Problem besteht. Eine E-Mail wird in der Regel nicht unterschrieben und besitzt daher mangels der erforderlichen Komponenten einer Urkunde keine Beweiskraft. Bei allen Vorteilen der E-Mails ist dies einer der entscheidenden Nachteile von E-Mails in der geschäftlichen Korrespondenz, den man nicht vergessen sollte.

2. Beweiskraft einer E-Mail

Mangels Unterschrift ist eine E-Mail also keine Urkunde mit der üblichen Beweiskraft gem. § 416 ZPO. Eine E-Mail kann daher in einer gerichtlichen Auseinandersetzung nur im Rahmen einer freien richterlichen Beweiswürdigung berücksichtigt werden. Der Schwerpunkt liegt auf "können". Das bedeutet, dass eine E-Mail grundsätzlich nicht geeignet ist, einen bestimmten Sachverhalt oder eine Erklärung "schwarz auf weiß" und mit Beweiskraft festzuhalten. Das gilt z.B. für eine Bestellung, eine letzte Mahnung oder eine Mängelanzeige bzw. Reklamation


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