Form und Aufbau des Businessplans

Ein Businessplan ist in den meisten Fällen ein notwendiger Bestandteil einer guten Vorbereitung der Existenzgründung. Wer bei der Agentur für Arbeit Leistungen beantragen oder für die Gründungsphase finanzielle Mittel von Kreditinstituten oder anderen Investoren benötigt, kann auf einen umfassenden und überzeugenden Businessplan ohnehin nicht verzichten.

Inhalt:

  1. Notwendigkeit eines Businessplans
  2. Allgemeine Regeln zum Businessplan
  3. Aufbau des Businessplans

1. Notwendigkeit Businessplan

Leider ist immer wieder zu beobachten, dass Existenzgründer mit wahrlich erfolgversprechenden Konzepten keine finanzielle Unterstützung erhalten, weil der vorgelegte Businessplan gravierende Fehler bei Aufbau und Form aufweist. Es ist daher angezeigt, dieses Thema genauer zu beleuchten, auch wenn Kritiker einwerfen, dass eine Unternehmensgründung ein derart unsicherer Prozess ist, abhängig von zu vielen externen Faktoren, dass diese einer systematischen Planung nicht zugänglich ist. Bei der Erstellung eines Businessplans geht es jedoch weniger um die Bezifferung quantitativer Größen, sondern vielmehr um die möglichst detaillierte Beschreibung

  • der Geschäftsidee und
  • wie diese in der Praxis umgesetzt werden soll,
  • unterlegt mit Zahlenmaterial
  • zum Beweis der positiven Tragfähigkeit eines Unternehmens.

Im übrigen ist den Kritikern mit wenigen Worten zu entgegnen: Ohne Businessplan kein Geld.

2. Allgemeine Regeln zum Businessplan

Im Businessplan ist großer Wert darauf zu legen, inwieweit durch die Geschäftsidee im Sinne

  • einer Produktinnovation (= neues Produkt oder neue Dienstleistung) oder
  • Geschäftsinnovation) (= neuartige Vermarktung bekannter Produkte bzw. Dienstleistungen)

das zukünftige Unternehmen einen wirtschaftlichen Vorsprung gegenüber Konkurrenten hat. Je deutlicher die Differenzierung zu bereits vorhandenen ähnlichen Produkten erfolgt, desto mehr Erfolg verspricht die angehende Unternehmensgründung. Der Businessplan ist das Verkaufsprospekt des Existenzgründers, das die Neugier und die Bereitschaft zum Weiterlesen ab der 1. Seite wecken muss. Dazu sind folgende Merkmale von höchster Bedeutung:

  • einfache und klare Sprache ohne verschachtelte Sätze,
  • in übersichtlicher Form,
  • Einhaltung der gängigen Rechtschreibung,
  • Verzicht auf technische Details
  • zugunsten einer klaren und optisch einwandfreien Präsentation der
  • Wettbewerbsvorteile, Chancen und aktuellen Marktsituation.

Was erwartet der aufmerksame Leser von einem Businessplan? Machen Sie sich bewusst, dass Sie von einer Bank oder einem Investor Geld für ein neues Unternehmen haben wollen. Diese sind jedoch nur dann bereit, Geld in fremde Händen zu legen, wenn sie in Ihrem Businessplan folgende Kriterien wieder finden:

  • Nutzen der Geschäftsidee für den Markt ist klar erkennbar,
  • ein Produkt in einem wachsenden Markt,
  • eine deutliche Abgrenzung des Produkts von anderen,
  • richtige und genaue Daten zum Markt und zur Konkurrenz,
  • Inwieweit der Unternehmer und das eingesetzte Personal fachlich und persönlich qualifiziert ist, diesen Businessplan auch tatsächlich umzusetzen,
  • Belege, dass die eingesetzten Mittel zumindest mittelfristig zuzüglich einer attraktiven Verzinsung an den Darlehensgeber zurückfließen,
  • Sicherstellung, dass kurz- und mittelfristig keine Gefahr einer Liquiditätslücke entsteht.

Zusammengefasst muss der Leser am Ende des Businessplans das Gefühl haben, dass bei diesem Existenzgründer und der beschriebenen Geschäftsidee nichts schief gehen kann.

3. Aufbau des Businessplans

Es gibt zwar bis heute keinen international standardisierten Aufbau für einen Businessplan, jedoch hat sich in der Praxis ein modularer Aufbau bewährt und durchgesetzt. Die folgenden Elemente sind die Grundbestandteile eines perfekten Businessplans und werden daher auch im einzelnen beschrieben. In begründeten Einzelfällen kann von diesem Aufbau abgewichen werden, wenn es den oben genannten Zielen eines Businessplans entgegen kommt.

Businessplan:
>>  Executive Summary (Einleitende Zusammenfassung)
  > Unternehmen
  > Management
  > Produkt
  > Branche und Markt
  > Marketing
  > Realisierung
  > Risikoabschätzung
>>  Finanzplanung

Die einzelnen Elemente des Businessplans werden also quasi eingerahmt von einer einleitenden Zusammenfassung und der abschließenden Finanzplanung. Inzwischen gibt zu vielen Branchen und Unternehmensgegenständen bereits Muster und Vorlagen eines Businessplans, so dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss.


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